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Ernährungsrisiko im Alter: Droht dir eine Mangelernährung?
Ein Risiko für Mangelernährung im Alter zeigt sich oft an ungewolltem Abnehmen, wenig Appetit, Problemen beim Kauen oder Schlucken, ausgelassenen Mahlzeiten und an Schwierigkeiten beim Einkaufen und Kochen. Dieser Check fragt 14 solcher Punkte ab und zeigt dir, wo du ansetzen kannst. Er ersetzt nicht das Wiegen und die Einschätzung in der Hausarztpraxis.
Selbsttest
Ernährungsrisiko im Alter
14 Fragen · etwa 4 Minuten
- Du hast ungewollt abgenommen. Das ist ein wichtiges Warnzeichen für eine Mangelernährung und auch im Alter keine normale Entwicklung. Sprich deine Hausarztpraxis darauf an, damit sie nach den Ursachen schaut. Wenn du kannst, notier dir vorher, seit wann du abnimmst.
- Häufiges Verschlucken oder das Gefühl, dass Essen stecken bleibt, erschwert das Essen und sollte ärztlich abgeklärt werden. Sprich es in deiner Hausarztpraxis an.
- Du fühlst dich oft bedrückt oder antriebslos. Das kann Appetit und Gewicht beeinflussen und ist ein guter Grund, mit deiner Hausarztpraxis zu sprechen. Hält die Niedergeschlagenheit an, hilft dir auch eine der Anlaufstellen unter Hilfe finden.
Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Eigener Check von check-dich-selbst.de nach den Ursachen und Warnzeichen laut ESPEN-Leitlinie Geriatrie 2022 und Verbraucherzentrale, kein validierter Fragebogen, keine Fragen aus bekannten Screenings.
So wird ausgewertet
Der Check fragt 14 Punkte ab, die auf ein Risiko für Mangelernährung im Alter hinweisen können. Trifft ein Punkt bei dir nicht zu, gibt es 0 Punkte. Bei den Fragen zum ungewollten Abnehmen und zum Appetit sind bis zu 3 Punkte möglich, bei den übrigen zwölf Fragen höchstens 2. Zusammen ergibt das 0 bis 30 Punkte. Mehr Punkte heißt: Bei dir kommen mehr Risikofaktoren zusammen, oder einzelne sind deutlich ausgeprägt.
| Punkte | Einordnung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 0 bis 6 | Wenige Risikofaktoren | Mindestens acht deiner 14 Antworten zeigen keinen Risikofaktor. Die Fragen mit Punkten zeigen dir, wo du ansetzen kannst. |
| 7 bis 13 | Einige Risikofaktoren | Mindestens drei Antworten zeigen einen Risikofaktor. Sprich sie beim nächsten Termin in deiner Hausarztpraxis an. |
| 14 bis 30 | Viele Risikofaktoren | Mindestens sechs Antworten zeigen einen Risikofaktor. Lass in deiner Hausarztpraxis prüfen, ob du ausreichend ernährt bist. |
Die Grenzen sind einfach gerechnet. Wer höchstens 6 Punkte hat, kann bei höchstens sechs Fragen Punkte bekommen haben. Ab 7 Punkten müssen es mindestens drei Fragen sein, ab 14 Punkten mindestens sechs. Der Check wurde nicht an einer Stichprobe erprobt. Er sagt deshalb nicht, wie wahrscheinlich eine Mangelernährung bei dir ist, und nennt keine Prozentwerte.
Drei Antworten lösen unabhängig von der Punktzahl einen Hinweis aus: ungewolltes Abnehmen, häufiges Verschlucken und häufige Niedergeschlagenheit. Der britische Gesundheitsdienst NHS zählt ungewollten Gewichtsverlust zu den Hauptzeichen einer Mangelernährung und rät, damit in die Hausarztpraxis zu gehen [4].
Was der Check misst
Dieser Check ist ein eigener Fragebogen von check-dich-selbst.de und kein validiertes Screening. Er greift die Themen auf, die auch in bekannten Screenings für ältere Menschen vorkommen: Gewichtsverlust, Appetit und Essmenge, Kraft und Selbstständigkeit im Alltag, akute Krankheit oder Belastung, Stimmung und Gedächtnis. Die Fragen, die Antwortstufen und die Wertung sind eigen. Der Check hilft dir, Warnzeichen früh zu bemerken und sie gezielt in der Praxis anzusprechen.
Die Auswahl folgt den Ursachen, die Fachleute nennen. Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung der Verbraucherzentrale NRW zählt körperliche Gründe auf, etwa nachlassende Sinne, Kau- und Schluckstörungen und Übelkeit durch Medikamente. Dazu kommen Einsamkeit, Depression und Demenz [2]. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) zur Ernährung in der Geriatrie rät, solchen Ursachen gezielt nachzugehen: mit einer Prüfung des Schluckens, einer zahnärztlichen Untersuchung und einem Blick auf Medikamente, die Appetit, Speichel oder Geschmack verändern [1]. Weil ältere Menschen ausreichend Eiweiß brauchen und viele von ihnen zu wenig trinken, fragt der Check auch danach [1, 3].
Grenzen des Tests
In der Praxis gehören Körpergewicht, Gewichtsverlauf und der Body-Mass-Index (BMI) zur Einschätzung. Nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, die die Verbraucherzentrale NRW wiedergibt, liegt bei Menschen ab 65 Jahren eine Unterernährung vor, wenn der BMI unter 20 liegt und jemand ungewollt mehr als fünf Prozent seines Gewichts in drei Monaten verloren hat [2]. Diese Werte erfasst der Check nicht, weil er dich nicht wiegt. Ein Wunschgewicht nennt er ebenfalls nicht. Für eine Diagnose verlangen die internationalen GLIM-Kriterien mindestens ein körperliches Merkmal, also ungewollten Gewichtsverlust, einen niedrigen BMI oder verringerte Muskelmasse, und dazu eine Ursache wie eine verringerte Nahrungsaufnahme oder eine Entzündung durch Krankheit [5].
Mangelernährt können auch Menschen mit Normal- oder Übergewicht sein, wenn ihnen Eiweiß oder Vitamine fehlen [2]. Ein niedriger Wert im Check ist deshalb nicht in jeder Lage eine Entwarnung. Ein hoher Wert kann andere Gründe haben, etwa eine kurze Krankheit, nach der Appetit und Kraft wiederkommen. Für Menschen im Pflegeheim ist der Check nicht gedacht. Dort soll laut ESPEN-Leitlinie beim Einzug und danach regelmäßig mit einem geprüften Verfahren gescreent werden, bei stabilem Zustand etwa alle drei Monate [1].
Wann du dir Unterstützung holen solltest
Geh zur Hausarztpraxis, wenn du in den letzten drei bis sechs Monaten ungewollt deutlich abgenommen hast oder wenn weitere Zeichen dazukommen. Das NHS nennt ständige Müdigkeit, Schwäche, wenig Interesse an Essen und Trinken und häufige Infekte mit langer Erholung. Es betont, dass Gewichtsverlust keine unvermeidliche Folge des Alters ist [4]. Auch wer sich um einen älteren Angehörigen sorgt, kann das in der Praxis ansprechen.

Die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, alle älteren Menschen regelmäßig auf Mangelernährung zu untersuchen, in der Hausarztpraxis mindestens einmal im Jahr. Zeigt das Screening ein Risiko, folgen eine genauere Untersuchung, ein auf die Person zugeschnittener Plan und Kontrollen [1]. Dazu kann eine Ernährungsberatung durch eine Fachkraft mit mindestens zwei Einzelterminen gehören [1]. Reichen eine angepasste normale Ernährung und andere Maßnahmen nicht aus, kann die Praxis Trinknahrung verordnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie nach den Regeln der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses [6, 7].
Bist du oft niedergeschlagen und ist dir das Essen deshalb gleichgültig, kann eine Depression dahinterstecken. Eine deutliche Gewichtsänderung oder ein veränderter Appetit gehört zu den Zeichen einer Depression, und die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, ältere Menschen mit Depression auch auf Mangelernährung zu untersuchen [1]. Eine erste Einschätzung gibt der Altersdepression-Test, Anlaufstellen findest du unter Hilfe finden. Vergisst du öfter zu essen, kann der Gedächtnis-Kurztest ein Anlass für das Gespräch in der Praxis sein.
Warum Mangelernährung im Alter oft übersehen wird
Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtsabnahme und allgemeine Schwäche werden häufig für Altersschwäche gehalten. Laut Verbraucherzentrale NRW bleibt eine Mangelernährung dadurch leicht unerkannt [2]. Sichtbare Hinweise sind locker sitzende Kleidung, eingefallene Wangen, hervortretende Knochen, trockene Haut und Schleimhäute und das Ablehnen von Speisen und Getränken [2].

Mit dem Alter verändert sich der Körper. Die Muskelmasse nimmt ab, dadurch sinkt der Grundumsatz, und der Körper braucht weniger Energie. Der Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen bleibt nach Angaben der Verbraucherzentrale gleich [3]. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Menschen ab 65 Jahren einen Schätzwert von 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag an, für Erwachsene unter 65 Jahren 0,8 Gramm. Den Bedarf Älterer könne man nicht mit der gewünschten Genauigkeit bestimmen, schreibt die DGE dazu [8]. Was dieser Wert für dein Gewicht bedeutet, rechnet der Proteinbedarf-Rechner aus.
Appetitlosigkeit ist besonders im hohen Alter weit verbreitet. Als Gründe nennt die Verbraucherzentrale hormonelle Veränderungen, weniger Speichel, einen sich langsamer leerenden Magen, frühes Sattsein, Kau- und Schluckprobleme, schwächere Sinne, Krankheiten, Medikamente, Einsamkeit und fehlende Kontakte. Hält die Appetitlosigkeit länger an, kann sie zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen. Auch das Durstgefühl lässt mit dem Alter nach, sodass viele ältere Menschen zu wenig trinken [3].
Die Folgen reichen über das Gewicht hinaus. Mit der Muskelmasse geht Kraft verloren, das Sturzrisiko steigt, und der Körper wehrt Infekte schlechter ab [2]. Die ESPEN-Leitlinie verbindet Mangelernährung mit mehr Infektionen, längeren Krankenhausaufenthalten, längerer Erholung nach akuten Krankheiten und einem höheren Sterberisiko. Unter selbstständig lebenden älteren Menschen sind meist weniger als zehn Prozent betroffen, unter älteren Patientinnen und Patienten im Krankenhaus bis zu zwei Drittel [1]. Wie es um deine Kraft steht, zeigt der Kraft-Check für Senioren. Ursachen und Gegenmaßnahmen beschreibt der Ratgeber Mangelernährung im Alter erkennen.
- Leitlinie ESPEN practical guideline: Clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clinical Nutrition 41(4):958 bis 989. Volkert D, Beck AM, Cederholm T u. a., European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN). Stand 04/2022. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation Mangelernährung: frühzeitig erkennen und handeln. Vernetzungsstelle Seniorenernährung NRW, Verbraucherzentrale NRW. Stand 30.07.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation Richtig essen und trinken: Was sich im Alter ändert. Verbraucherzentrale Bundesverband, verbraucherzentrale.de. Stand 21.06.2024. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Malnutrition. National Health Service (NHS), England. Stand 23.05.2023. abgerufen am 28.10.2026
- Leitlinie GLIM criteria for the diagnosis of malnutrition: a consensus report from the global clinical nutrition community. Clinical Nutrition 38(1):1 bis 9. Cederholm T, Jensen GL, Correia MITD u. a., Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM). Stand 02/2019. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung in der Arzneimittelversorgung. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Gesetz § 31 SGB V Arznei- und Verbandmittel, Absatz 5. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 28.10.2026
- Fachgesellschaft Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Protein. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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