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Ernährungsrisiko im Alter: Droht dir eine Mangelernährung?

Ein Risiko für Mangelernährung im Alter zeigt sich oft an ungewolltem Abnehmen, wenig Appetit, Problemen beim Kauen oder Schlucken, ausgelassenen Mahlzeiten und an Schwierigkeiten beim Einkaufen und Kochen. Dieser Check fragt 14 solcher Punkte ab und zeigt dir, wo du ansetzen kannst. Er ersetzt nicht das Wiegen und die Einschätzung in der Hausarztpraxis.

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Ernährungsrisiko im Alter

14 Fragen · etwa 4 Minuten

  1. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Hast du in den letzten sechs Monaten abgenommen, ohne es zu wollen?
  2. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft isst du weniger als früher, weil du keinen Hunger hast oder schnell satt bist?
  3. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Stören dich Zähne, Zahnersatz oder Schmerzen im Mund beim Essen?
  4. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft verschluckst du dich beim Essen oder Trinken oder hast das Gefühl, dass Essen im Hals stecken bleibt?
  5. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft lässt du eine Hauptmahlzeit ganz ausfallen?
  6. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft isst du Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen?
  7. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie viel trinkst du an einem gewöhnlichen Tag, Suppe und Tee mitgerechnet?
  8. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie gut klappt es mit dem Einkaufen und Kochen?
  9. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Warst du in den letzten drei Monaten ernsthaft krank oder im Krankenhaus?
  10. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft fühlst du dich so bedrückt oder antriebslos, dass dir das Essen gleichgültig ist?
  11. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Kommt es vor, dass du vergisst zu essen oder nicht mehr weißt, ob du schon gegessen hast?
  12. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Wie oft isst du allein, obwohl du lieber in Gesellschaft essen würdest?
  13. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Hast du durch Medikamente Übelkeit, einen trockenen Mund oder einen veränderten Geschmack?
  14. Denk an die letzten Monate. Was trifft auf dich zu?Hast du in den letzten Monaten gemerkt, dass du schwächer wirst oder schneller erschöpft bist?

Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Eigener Check von check-dich-selbst.de nach den Ursachen und Warnzeichen laut ESPEN-Leitlinie Geriatrie 2022 und Verbraucherzentrale, kein validierter Fragebogen, keine Fragen aus bekannten Screenings.

So wird ausgewertet

Der Check fragt 14 Punkte ab, die auf ein Risiko für Mangelernährung im Alter hinweisen können. Trifft ein Punkt bei dir nicht zu, gibt es 0 Punkte. Bei den Fragen zum ungewollten Abnehmen und zum Appetit sind bis zu 3 Punkte möglich, bei den übrigen zwölf Fragen höchstens 2. Zusammen ergibt das 0 bis 30 Punkte. Mehr Punkte heißt: Bei dir kommen mehr Risikofaktoren zusammen, oder einzelne sind deutlich ausgeprägt.

PunkteEinordnungWas das bedeutet
0 bis 6Wenige RisikofaktorenMindestens acht deiner 14 Antworten zeigen keinen Risikofaktor. Die Fragen mit Punkten zeigen dir, wo du ansetzen kannst.
7 bis 13Einige RisikofaktorenMindestens drei Antworten zeigen einen Risikofaktor. Sprich sie beim nächsten Termin in deiner Hausarztpraxis an.
14 bis 30Viele RisikofaktorenMindestens sechs Antworten zeigen einen Risikofaktor. Lass in deiner Hausarztpraxis prüfen, ob du ausreichend ernährt bist.

Die Grenzen sind einfach gerechnet. Wer höchstens 6 Punkte hat, kann bei höchstens sechs Fragen Punkte bekommen haben. Ab 7 Punkten müssen es mindestens drei Fragen sein, ab 14 Punkten mindestens sechs. Der Check wurde nicht an einer Stichprobe erprobt. Er sagt deshalb nicht, wie wahrscheinlich eine Mangelernährung bei dir ist, und nennt keine Prozentwerte.

Drei Antworten lösen unabhängig von der Punktzahl einen Hinweis aus: ungewolltes Abnehmen, häufiges Verschlucken und häufige Niedergeschlagenheit. Der britische Gesundheitsdienst NHS zählt ungewollten Gewichtsverlust zu den Hauptzeichen einer Mangelernährung und rät, damit in die Hausarztpraxis zu gehen [4].

Was der Check misst

Dieser Check ist ein eigener Fragebogen von check-dich-selbst.de und kein validiertes Screening. Er greift die Themen auf, die auch in bekannten Screenings für ältere Menschen vorkommen: Gewichtsverlust, Appetit und Essmenge, Kraft und Selbstständigkeit im Alltag, akute Krankheit oder Belastung, Stimmung und Gedächtnis. Die Fragen, die Antwortstufen und die Wertung sind eigen. Der Check hilft dir, Warnzeichen früh zu bemerken und sie gezielt in der Praxis anzusprechen.

Die Auswahl folgt den Ursachen, die Fachleute nennen. Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung der Verbraucherzentrale NRW zählt körperliche Gründe auf, etwa nachlassende Sinne, Kau- und Schluckstörungen und Übelkeit durch Medikamente. Dazu kommen Einsamkeit, Depression und Demenz [2]. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) zur Ernährung in der Geriatrie rät, solchen Ursachen gezielt nachzugehen: mit einer Prüfung des Schluckens, einer zahnärztlichen Untersuchung und einem Blick auf Medikamente, die Appetit, Speichel oder Geschmack verändern [1]. Weil ältere Menschen ausreichend Eiweiß brauchen und viele von ihnen zu wenig trinken, fragt der Check auch danach [1, 3].

Grenzen des Tests

In der Praxis gehören Körpergewicht, Gewichtsverlauf und der Body-Mass-Index (BMI) zur Einschätzung. Nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, die die Verbraucherzentrale NRW wiedergibt, liegt bei Menschen ab 65 Jahren eine Unterernährung vor, wenn der BMI unter 20 liegt und jemand ungewollt mehr als fünf Prozent seines Gewichts in drei Monaten verloren hat [2]. Diese Werte erfasst der Check nicht, weil er dich nicht wiegt. Ein Wunschgewicht nennt er ebenfalls nicht. Für eine Diagnose verlangen die internationalen GLIM-Kriterien mindestens ein körperliches Merkmal, also ungewollten Gewichtsverlust, einen niedrigen BMI oder verringerte Muskelmasse, und dazu eine Ursache wie eine verringerte Nahrungsaufnahme oder eine Entzündung durch Krankheit [5].

Mangelernährt können auch Menschen mit Normal- oder Übergewicht sein, wenn ihnen Eiweiß oder Vitamine fehlen [2]. Ein niedriger Wert im Check ist deshalb nicht in jeder Lage eine Entwarnung. Ein hoher Wert kann andere Gründe haben, etwa eine kurze Krankheit, nach der Appetit und Kraft wiederkommen. Für Menschen im Pflegeheim ist der Check nicht gedacht. Dort soll laut ESPEN-Leitlinie beim Einzug und danach regelmäßig mit einem geprüften Verfahren gescreent werden, bei stabilem Zustand etwa alle drei Monate [1].

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Geh zur Hausarztpraxis, wenn du in den letzten drei bis sechs Monaten ungewollt deutlich abgenommen hast oder wenn weitere Zeichen dazukommen. Das NHS nennt ständige Müdigkeit, Schwäche, wenig Interesse an Essen und Trinken und häufige Infekte mit langer Erholung. Es betont, dass Gewichtsverlust keine unvermeidliche Folge des Alters ist [4]. Auch wer sich um einen älteren Angehörigen sorgt, kann das in der Praxis ansprechen.

Mann in den Siebzigern spricht in einer hellen Hausarztpraxis mit einer Ärztin am Schreibtisch
Bild: KI-generiert

Die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, alle älteren Menschen regelmäßig auf Mangelernährung zu untersuchen, in der Hausarztpraxis mindestens einmal im Jahr. Zeigt das Screening ein Risiko, folgen eine genauere Untersuchung, ein auf die Person zugeschnittener Plan und Kontrollen [1]. Dazu kann eine Ernährungsberatung durch eine Fachkraft mit mindestens zwei Einzelterminen gehören [1]. Reichen eine angepasste normale Ernährung und andere Maßnahmen nicht aus, kann die Praxis Trinknahrung verordnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie nach den Regeln der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses [6, 7].

Bist du oft niedergeschlagen und ist dir das Essen deshalb gleichgültig, kann eine Depression dahinterstecken. Eine deutliche Gewichtsänderung oder ein veränderter Appetit gehört zu den Zeichen einer Depression, und die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, ältere Menschen mit Depression auch auf Mangelernährung zu untersuchen [1]. Eine erste Einschätzung gibt der Altersdepression-Test, Anlaufstellen findest du unter Hilfe finden. Vergisst du öfter zu essen, kann der Gedächtnis-Kurztest ein Anlass für das Gespräch in der Praxis sein.

Warum Mangelernährung im Alter oft übersehen wird

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtsabnahme und allgemeine Schwäche werden häufig für Altersschwäche gehalten. Laut Verbraucherzentrale NRW bleibt eine Mangelernährung dadurch leicht unerkannt [2]. Sichtbare Hinweise sind locker sitzende Kleidung, eingefallene Wangen, hervortretende Knochen, trockene Haut und Schleimhäute und das Ablehnen von Speisen und Getränken [2].

Frau in den Achtzigern isst am Mittag in einer hellen Küche eine kleine bunte Mahlzeit mit Gemüse und Ei
Bild: KI-generiert

Mit dem Alter verändert sich der Körper. Die Muskelmasse nimmt ab, dadurch sinkt der Grundumsatz, und der Körper braucht weniger Energie. Der Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen bleibt nach Angaben der Verbraucherzentrale gleich [3]. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Menschen ab 65 Jahren einen Schätzwert von 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag an, für Erwachsene unter 65 Jahren 0,8 Gramm. Den Bedarf Älterer könne man nicht mit der gewünschten Genauigkeit bestimmen, schreibt die DGE dazu [8]. Was dieser Wert für dein Gewicht bedeutet, rechnet der Proteinbedarf-Rechner aus.

Appetitlosigkeit ist besonders im hohen Alter weit verbreitet. Als Gründe nennt die Verbraucherzentrale hormonelle Veränderungen, weniger Speichel, einen sich langsamer leerenden Magen, frühes Sattsein, Kau- und Schluckprobleme, schwächere Sinne, Krankheiten, Medikamente, Einsamkeit und fehlende Kontakte. Hält die Appetitlosigkeit länger an, kann sie zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen. Auch das Durstgefühl lässt mit dem Alter nach, sodass viele ältere Menschen zu wenig trinken [3].

Die Folgen reichen über das Gewicht hinaus. Mit der Muskelmasse geht Kraft verloren, das Sturzrisiko steigt, und der Körper wehrt Infekte schlechter ab [2]. Die ESPEN-Leitlinie verbindet Mangelernährung mit mehr Infektionen, längeren Krankenhausaufenthalten, längerer Erholung nach akuten Krankheiten und einem höheren Sterberisiko. Unter selbstständig lebenden älteren Menschen sind meist weniger als zehn Prozent betroffen, unter älteren Patientinnen und Patienten im Krankenhaus bis zu zwei Drittel [1]. Wie es um deine Kraft steht, zeigt der Kraft-Check für Senioren. Ursachen und Gegenmaßnahmen beschreibt der Ratgeber Mangelernährung im Alter erkennen.

  1. Leitlinie ESPEN practical guideline: Clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clinical Nutrition 41(4):958 bis 989. Volkert D, Beck AM, Cederholm T u. a., European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN). Stand 04/2022. abgerufen am 28.10.2026
  2. Organisation Mangelernährung: frühzeitig erkennen und handeln. Vernetzungsstelle Seniorenernährung NRW, Verbraucherzentrale NRW. Stand 30.07.2026. abgerufen am 28.10.2026
  3. Organisation Richtig essen und trinken: Was sich im Alter ändert. Verbraucherzentrale Bundesverband, verbraucherzentrale.de. Stand 21.06.2024. abgerufen am 28.10.2026
  4. Behörde Malnutrition. National Health Service (NHS), England. Stand 23.05.2023. abgerufen am 28.10.2026
  5. Leitlinie GLIM criteria for the diagnosis of malnutrition: a consensus report from the global clinical nutrition community. Clinical Nutrition 38(1):1 bis 9. Cederholm T, Jensen GL, Correia MITD u. a., Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM). Stand 02/2019. abgerufen am 28.10.2026
  6. Behörde Bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung in der Arzneimittelversorgung. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  7. Gesetz § 31 SGB V Arznei- und Verbandmittel, Absatz 5. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 28.10.2026
  8. Fachgesellschaft Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Protein. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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